Das Schongauer Brauhaus

Gasthausbrauerei hat auch in Schongau Geschichte. Nach alten
Unterlagen gab es früher innerhalb der Stadtmauern 14 Brauereien. Namen wie „Rößle-Bräu“, „Schrimpf“ oder „Brauerei zur Sonne“ klingen manchem noch vertraut.

Besonders in Bayern ist die Kunst des Bierbrauens ungebrochen. Viele Menschen erfüllt es mit Stolz, in ihrem Ort eine eigene Brauerei zu haben. Diese Idee griff die Schongauer Brauhaus AG im Jahr 1999 auf. Die alte Tradition des Bierbrauens sollte in Schongau wieder belebt werden. Im historischen Jugendstilgebäude, Baujahr 1901, an der Altenstadter Straße 13, dem alten Bauhofstadl der Stadt Schongau, entstand nun die Brauereigaststätte und wurde im Dezember 2001 eröffnet.

Im Erdgeschoß befinden sich ein Gastraum für etwa 80 Personen, die Brauanlage, Küche und Kühlräume, im Obergeschoß ist ein Saal vorhanden, geeignet für Feste und Feiern, Seminare und andere Gruppenveranstaltungen, mit Platz für ebenfalls rund 80 Gäste. Im Dachgeschoß ist ein Teil der Technik aufgehoben, dort sind ebenso die
Lagerräume.

Im Mittelpunkt der Gaststätte stehen die Braukessel, die durch ihre heimelig-warme Ausstrahlung dem Gastraum ein ganz eigenes Ambiente verleihen. Der Gast kann den Braumeister beim Brauen beobachten und sich somit noch mehr mit dem Erzeugnis „Schongauer Bier“ identifizieren. Jedes selbst gebraute Bier ist naturtrüb und wird mit
allen wertvollen, gesunden Inhaltsstoffen wie Eiweiß und Hefe ausgeschenkt. Anfallende Wertstoffe aus der Produktion wie Treber
werden weiterverarbeitet zu schmackhaftem Treberbrot.

Zuguterletzt sei noch der Biergarten erwähnt, in dem die Bayerische
Biergartenverordnung gilt. Das bedeutet, dass die Gäste ihre
mitgebrachte Brotzeit verzehren können und nur die Getränke im Brauhaus erwerben müssen.

Biergarten

Endlich ist es soweit – Biergartenzeit !! Täglich ab 11.30 Uhr, sonn- und feiertags sogar schon ab 10 Uhr geöffnet.

Seit dem neuesten Stadtratsbeschluss und der landratsamtlichen Genehmigung darf sogar bis 23 Uhr Betrieb sein.

Dazu schenken wir unsere köstlichen Biere aus, die wir selbst brauen und damit die Brau-Tradition in Schongau fortsetzen. Entweder im Maßkrug, wie sich’s für eine richtige bayerische Wirtschaft gehört, oder auch im Bierturm: Das sind drei Liter Bier Ihrer Wahl, die Gäste zapfen selbst – eine richtige Gaudi für das gelungene Fest. Und Halbe und Alkoholfreies gibt’s natürlich auch.

Biergarteln, aber wie?

Spielregeln, Gebote und Informationen, damit es auch richtig Spaß macht:

1. Was gibt’s zur Brotzeit?

Unsere umfangreiche Speisekarte gilt natürlich auch im Biergarten.

2. Maßkrug

Im Schongauer Brauhaus gibt es diesen Sommer auch richtige Maßkrüge. Mehr als drei Maß kann nur tragen, wer ausgebildete und kräftige Bedienung ist. Eine Halbe gibt es natürlich auch. Alkoholfreie Getränke wie Spezi und Apfelschorle werden auch in 0,5-Liter-Gläsern ausgeschenkt. Unsere Krüge können Sie übrigens erwerben und legal mit nach Hause nehmen.

3. Der Nachbar

In der Bayerischen Biergartenverordnung (BayBiergartVO) heißt es: „Biergärten erfüllen wichtige soziale und kommunikative Funktionen, weil sie seit jeher beliebter Treffpunkt breiter Schichten der Bevölkerung sind und ein ungezwungenes, soziale Unterschiede überwindendes Miteinander ermöglichen. Die Geselligkeit und das Zusammensein im Freien wirken Vereinsamungserscheinungen im Alltag entgegen.“ Locker und vergnügt sitzen Menschen beisammen, die sich vielleicht bisher gar nicht kennen. Egal ob in Jeans oder Anzug, wichtig ist die Kommunikation und die bei einem süffigen Bier. Notfalls kann man sich auch an einen Tisch dazusetzen. Und ob Sie einen Doktortitel haben, interessiert hier niemanden.

4. Prost!

Die wichtigste Regel beim Prosten lautet: So oft wie es geht. Prosten schafft Gemeinschaftsgefühl und fördert den Kontakt zu den Tischnachbarn. Beim Zuprosten gibt es zwei Varianten: Die einen stellen nach dem Aneinanderstoßen der Krüge die Maß kurz auf dem Tisch ab und trinken erst dann daraus, andere lassen das Aufsetzen auf der Tischplatte weg. Beides ist gleichermaßen akzeptiert.

5. Kastanien

Noch gibt es im Brauhaus-Biergarten den Schatten von den schönen weißen Sonnenschirmen. Aber wie sich’s gehört, steht dort schon eine Kastanie, gepflanzt im Juni 2009. In einigen Jahren wird sie der Schattenspender sein.

Kastanien in Biergärten – das hat mit Geschichte zu tun. Durch ein Dekret aus dem Jahr 1539 wurde das Bierbrauen im Sommer wegen der hohen Brandgefahr verboten. Den Biervorrat für die Sommermonate braute man im Frühling deswegen etwas stärker ein, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Um das Bier kühl zu lagern, wurden sogenannte Bierkeller in der Nähe der Brauereien gebaut. Da jedoch der hohe Grundwasserspiegel oft tiefe Keller ausschloss, musste man dafür sorgen, dass die Keller wenigstens schattig und kühl lagen. Deshalb pflanzte man schattenspendende Bäume wie Kastanien.

6. Biergarten-Vokabular:

  • Fleischpflanzel: bayerischer Ausdruck für Frikadellen bzw. Buletten
  • Radi: weißer Rettich, beliebte Speise im Biergarten
  • Obazda: Käsecreme aus Camembert, Butter, Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Paprika und Kümmel, schmeckt deftig!
  • Leberkäs: Fleischkäse, garantiert ohne Leber, wird meist serviert mit Kartoffelsalat, wahlweise mit süßem oder scharfem Senf
  • Weißbier: Weizenbier
  • Radler: helles oder dunkles Bier, gemischt mit Zitronenlimo
  • Russ: ein Weizenradler, also eine Mischung aus Weizenbier und Zitronenlimo
  • Spezi: ein Gemisch aus Cola und Orangenlimo, beliebtes alkoholfreies Getränk
  • Bazi: Schlingel. Es ist ein verstecktes Kompliment, wenn jemand als Bazi bezeichnet wird. Das bedeutet so viel wie „Du bist ja ein kluger, wendiger oder pfiffiger Mensch …“

7. Bierbänke

Der Sitzkomfort auf den Bierbänken ist eigentlich alles andere als gut. Schon nach zwei Stunden spürt man den verlängerten Rücken wegen der harten Bänke. Im Brauhaus-Biergarten stehen überwiegend Stühle und die Bierbänke haben Lehnen, sodass mindestens keine Kreuzschmerzen entstehen können. Für die Bierbänke empfiehlt sich Sitzkissen mitzubringen. Und machen Sie daheim regelmäßig Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur – dann klappt das mit der Gemütlichkeit.

8. Biergartensaison

Unser Biergarten hat inoffiziell schon seit Wochen geöffnet. Tische stehen im Freien, Decken liegen auf, und es wird draußen serviert, sobald sich die Sonne zeigt – egal ob März oder November. Ganz offiziell wird am 1. Mai aufgemacht, dieses Jahr mit Blasmusik und Maibock-Anstich.

9. Öffnungszeiten im Biergarten

Eine laue Sommernacht, 22:30 Uhr. Und auf einmal nimmt die freundliche Kellnerin, der nette Ober keine Bestellung mehr an. In der Biergartenverordnung heißt es nämlich: „Für Biergärten wird als Tageszeit die Zeit von 7.00 bis 23.00 Uhr festgelegt.“ Bis spätestens um 22 Uhr sind alle Musikdarbietungen zu beenden und bis spätestens um 22.30 Uhr „die Verabreichung von Getränken und Speisen“. Um 23 Uhr muss nämlich wegen der Anlieger, die Anspruch auf Nachtruhe haben, im Biergarten Stille herrschen. Da hilft nur: morgen wieder kommen.